TextMate - der (Mac) Editor für alles

geschrieben von Philipp Melab am 31.03.2008 um 14:04 Uhr
Tags: TextMate, Tools, Apple
Bei der Wahl des Werkzeugs muss natürlich erst dessen Anwendungsbereich abgesteckt werden. Das gilt auch für Entwickler. In meinem Fall war das praktisch alles - sei es das Verfassen von Schriftstücken in LaTeX, das schnelle Bearbeiten von Skriptdateien auf einem FTP Server oder das verwalten eines großen Sourcecode-Projekts mitsamt Versionskontrolle und Unit Testing. Auf den ersten Blick scheint eine IDE mit Pluginarchitektur wie Eclipse dafür bestens geeignet, und tatsächlich werden dank großer Community auch fast alle Wünsche erfüllt. Was mich an TextMate letztendlich doch überzeugt hat möchte ich hier kurz anführen.
  1. Plugins für praktisch jede Sprache
    TextMate wird schon mit einer gewaltigen Menge an Plugins ausgeliefert, die schon fast alle gängigen Programmiersprachen und Systeme abdeckt. Das GetBundle-Bundle bietet dann noch einfachen Zugriff auf das komplette Bundle-Repository, was endgültig keine Wünsche mehr offen lässt.
    Diese Plugins enthalten in den meisten Fällen nicht nur das Syntax-Highlighting, sondern oft auch die Autocompletion für die jeweiligen Standardbibliotheken und nützliche Kommandos und Snippets die die Arbeit leichter machen.
  2. Erweiterbarkeit
    Neben all den bereits vorhandenen Funktionalitäten braucht man natürlich immer wieder eigene kleine Hilfsmittel. TextMate macht es einem denkbar einfach auf die Schnelle ein eigenes Makro, Snippet, Kommando, Template oder gar eine Sprachsyntax zu schreiben. Diese lassen sich dann zu Bundles zusammenfassen die man einfach als einzelne Dateien an Kollegen weiterreichen kann.
    TextMate Bundle Editor
    Der TextMate Bundle Editor.

    Das Erstellen dieser kleinen Helferlein erfolgt über eine recht simple GUI - den Bundle Editor. Alle Möglichkeiten die sich dadurch ergeben würden den Rahmen sprengen, deshalb möchte ich hier nur auf die offizielle Dokumentation verweisen, wo ab Kapitel 5 "Bundles" genauer auf die Erweiterungsfeatures eingegangen wird.
  3. Volle Shell-Integration
    Die eigentliche Genialität von TextMate liegt nicht in seinen vorhanden Features, sondern der Tatsache dass das Programm an sich sehr klein ist und relativ wenig eigene Funktionalität bietet, dafür aber voll in die Unix-Shell von Mac OSX integriert ist. Damit sind alle Shellcommands zugänglich und nutzbar. In TextMate-Commands können Shellskripte notiert werden, die dann die entsprechende Funktionalität zur Verfügung stellen. So lässt sich jedes externe Tool einfach integrieren, um beispielsweise Sourcecode zu kompilieren, schnell Programmtests auszuführen oder ähnliches.
    Außerdem wird optional das "mate"-Commandline Tool mitinstalliert, dass den Editor wiederum umgekehrt in die Systemshell integriert. Praktisch für administrative Arbeiten im Superuser-Modus.
  4. Suchen, Ersetzen und Navigieren wie noch nie
    TextMate bietet eine Fülle von Möglichkeiten innerhalb einer Datei oder auch einem ganzen Projekt zu suchen, zu ersetzen und schnell an verschiedene Punkte zu navigieren. Sowohl eine normale Textsuche, eine inkrementelle Variante à la Firefox oder Emacs als auch eine Suche nach regulären ausdrücken wurde integriert. Ausserdem kann in einem Projekt sehr schnell nach einzelnen Dateien und innerhalb einer Datei nach Symbolen (Funktionsdefinitionen, Abschnitten ...) gesucht werden.
    Um genauer auf das Suchen und Navigieren in TextMate einzugehen werde ich dem Thema in kürze einen eigenen Beitrag widmen.
  5. Freehand- und Column-Editing
    Neben den gewohnten Editierfunktionen bietet TextMate noch zwei interessante Features, die ich persönlich schon sehr oft genutzt habe, die aber sehr schwer in Worten zu erklären sind. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf einen interessanten Screencast der diese Features, und einige interessante andere, erklärt.
Abschließend muss erwähnt werden dass TextMate nicht gratis ist. Es waren jedoch die am besten investierten 50 € seit langem. Die hier besprochenen Features stellen auch nur die Spitze des Eisbergs und wie schon erwähnt nur die für mich besonders hervorstechenden dar. In diesem Blog werden sich in Zukunft immer wieder Tips und Tricks rund um TextMate finden, da ich selbst nach einen Jahr immer wieder neue Kniffe finde. Der Rest will von ihnen selbst entdeckt werden. Über Erfahrungen und weitere Tips würde ich mich natürlich freuen. Damit die Kommentarsektion unten nicht ganz so brach liegt.

Der Editor E sollte an dieser stelle nicht unerwähnt bleiben, da er (angeblich?) dieselben Funktionalitäten für Windows Nutzer zur Verfügung stellt. Inklusive Kompatibilität zu den vorhandenen TextMate Bundles. Erfahrungen damit kann ich jedoch keine Vorweisen.
blogged with TextMate

Kommentare (1)

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